Der Kaufmann von Venedig!

„Welches Urteil soll ich fürchten, da ich kein Unrecht tue“

Dunkle Komödie mit Musik

Ein vielschichtiges Meisterwerk als atemberaubender Thriller und bewegende Liebesgeschichte zugleich...

Der reiche Kaufmann Antonio liebt Bassanio, einen windigen Edelmann. Dieser will um die schöne Portia freien und braucht dafür Geld. Antonio schenkt es ihm, obwohl all sein Vermögen auf See ist. Der verhasste Jude Shylock wird als Kreditgeber angefragt und nutzt die Gelegenheit, seinem Widersacher Antonio und mit ihm der ganzen ihn brandmarkenden Christenheit die Stirn zu bieten: Er will keine Zinsen, sondern ein Pfund Fleisch „zunächst dem Herzen“ aus Antonios Körper schneiden, sollte dieser das Darlehen nicht zurückzahlen können. Es kommt, wie erwartet: Antonios Flotte geht verloren, der Schuldschein wird fällig… Unterdessen hat Bassanio das Rätsel lösen können, welches Portias Herz und Hand versprach. Er hat aus drei Kästchen das Schlichteste ausgewählt und darin das Portrait der Liebsten gefunden. Anders als seine skurrilen Mitbewerber hat er sich von seinem Herzen, statt von Eitelkeit leiten lassen. Die Freude über das junge Glück ist getrübt, weil es sich auf Antonios Untergang zu gründen droht. Es kommt zum Prozess. Shylock, dem zudem die einzige Tochter samt einem Batzen Geld entführt wurde, besteht auf sein Recht. Er weiß das Gesetz Venedigs auf seiner Seite, das allen Bürgern die gleichen Vermögensrechte einräumt und Grundlage eines ohnehin fragilen Staates ist. Der Doge kann diesen Fall nicht entscheiden, bis ein ominöser Rechtsgelehrter auftritt (niemand anderes als die verkleidete Portia), und mit einem salomonischem Urteil Antonios Leben rettet. In einem überraschenden Happy End finden sich nicht nur mehrere Paare in Liebe zusammen, sondern kommen auch die meisten von Antonios Schiffen heil in den Hafen. Antonio und sein dunkler Zwilling im Leid, Shylock, bleiben einsam zurück. Sie können keine Freunde werden. Freunde werden.

Was ist daran lustig? Eine Komödie ist eine Tragödie ohne Leichen. Nur nach dieser Definition kann man den „Kaufmann von Venedig“ als Komödie bezeichnen. Shakespeare lässt uns eindrucksvoll wie sonst nur in den Königsdramen erleben, wie das gesellschaftliche Sein das Bewusstsein formt. Ein kleiner Staat, der sich als Ort des Humanismus versteht, droht an seinen eigenen Regeln zu scheitern. Die Shakespeare Company Berlin sieht spannende Parallelen zum heutigen Europa und wagt sich hier weit ins Politische hinein. Mit den bewährten Mitteln der schnellen Verwandlung, des komödiantischen, volksnahen Spiels und der Musik untersuchen wir das schwierige Verhältnis von individuellem Recht zu staatlicher Vernunft und halten ein sinnliches Plädoyer für die Kraft der Gnade, die aus der Liebe erwächst..

PREMIERE JUNI 2016
SECHS SCHAUSPIELER IN 19 ROLLEN | SPIELDAUER: CA. 2 STUNDEN, EINE PAUSE

WILLIAM‘S CREW
Kim Pfeiffer, Vera Kreyer, Benjamin Plath, Daniel Schröder, Stefan Plepp, Oliver Rickenbacher

Regie
Michael Günther
Musik
Toni P. Schmitt
Kostüm
Gabriele Kortmann
Maske
Rebekka Schwark
Maske
Tamara Zenn
Bühne
Miriam Braunstein
Licht & Technik
Raimund Klaes
Künstl. Leitung & Übersetzung
Christian Leonard

Berlin.

Termine & Tickets

  • June 2017
    • Di., 20.06.
    • Mi., 21.06.
    • Do., 22.06.
    • Fr., 23.06.
    • Sa., 24.06.
    • Di., 27.06.
    • Mi., 28.06.
    • Do., 29.06.
    • Fr., 30.06.
  • July 2017
    • Sa., 01.07.

Unterwegs.

Termine & Tickets