Shakespeare Company Berlin

"Zauberhafter Sommernachtstraum - Shakespeare Company Berlin begeistert mit einer an ästhetischen Eindrücken reichen Inszenierung." CUXHAVENER NACHRICHTEN 25.2.2015

 

Wer kennt ihn nicht, den shakespeareschen Sommernachtstraum? Ob als Film, Schullektüre oder Theaterstück dargeboten, verheißt dieser Klassiker gute Unterhaltung im besten Sinne. Dieser Tage entführte die Shakespeare Company Berlin das Publikum im Stadttheater in die verworrene Welt zwischen Palast und Wald, die zwischen gesellschaftlichem Sittengesetz und außersittlichen - von der Natur gesteuerten Kräften - die Balance zu finden. Die sechs Darsteller der Company begannen fulminant. Mächtig auf den Putz hauend, zog eine Gruppe von Handwerkern mit Trommeln, Rasseln und anderem Geräusch-Equipment auf die Bühne und entführte den Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes in diese von Shakespeare so fantasievoll ersonnene Szenerie. Die Berliner Inszenierung hatte die Eingangsszene aus dem Original bewusst getauscht und so machte das Publikum erst ein wenig später im zweiten Bild die Bekanntschaft mit der Welt des Hofes: Oberon und Titania liegen miteinander im Clinch, unter ihrem Streit hat nicht nur die irdische Welt ordentlich zu leiden. Der gelungene Sommernachtstraum "made in Berlin" wob noch eine weitere Farbe in das überaus gekonnte, facettenreiche Spiel: Alle Darsteller waren auf den Brettern auch musikalisch unterwegs. So waren die drei Spielebenen Hof, Wald und Handwerker nicht nur durch ihre einprägsame Ästhetik - von der Maske bis zu den Kostümen - zu unterscheiden. Auch die "Sprache der Musik", die auf den Theaterbrettern ihren ganz eigenen Reiz entfaltete, diente der Orientierung. Die Spielleute schlüpfen im Laufe des unterhaltsamen Abends völlig mühelos in die verschiedenen Rollen. Mal Elfe, mal Handwerker und dann wieder Kobold - die Rolle des Puck war reizvollerweise sowohl mit einem Mann als auch einer Frau besetzt. Dieses Spiel der Irrungen und Wirrungen der Liebenden im Zauberwald nimmt seinen Lauf, bis das shakespearesche Happy End die so ersehnte Lösung bringt. Das Publikum im gut besuchten Theater war begeistert und spendete lang anhaltenden Beifall, in den sich auch Trampelapplaus mischte. Text: Jens Potschka