Start Presse Rezensionen Ende gut alles gut

Pressestimmen:


„Souveräne Spieler und markante Maskeraden im ideenreichen Reigen.“

(Zitty, Berlin)


„Das Zwerchfell macht Luftsprünge, vom Kopf in die Höhe gerissen, und die Ironie zwiebelt schmerzhaft in den Augen. Bravo!“

(Berliner Zeitung)


„Hübsche Liebesgeschichte voller Irrungen, Wirrungen, Täuschungen, Lust und Wahnsinn inszeniert mit Witz und Gesang.“

(Berliner Morgenpost)



“Die Schauspieler schlüpfen in verschiedene Rollen und ergänzen sich perfekt, beweisen Sinn für Komik und Timing und singen mehrstimmig und in verschiedenen Sprachen.“

(Märkische Oderzeitung)



„Zauberhaftes Stück Freilufttheater voll Komik und Wortwitz“.

(Neues Deutschland)

 

20.08.2010 - BAD KISSINGEN

Mit List schwanger

Shakespeare Company Berlin: Ende gut, alles gut

Das ging gleich gut los. Der Narr kam von der Bühne, schüttelte Zuschauern die Hand – und plötzlich die Frage: „Wollen sie mich heiraten?“ Die Auserwählte im Publikum war Bruni. Und Bruni war bis zum Schluss Teil in Shakespeares Stück „Ende gut, alles gut“, das die Shakespeare Company Berlin bei der Sommerlust in der Oberen Saline aufführte.

Bruni war schlagfertig: Als der Narr sie fragte, was der Unterschied zwischen Komödie und Tragödie sei, gab sie zurück: „Mit der Komödie fängt es an, mit der Tragödie hört es auf.“ Nicht so bei Shakespeare. Das Ende war gut, wenigstens für die emanzipierte Helena. Sie brachte es fertig, sich den Mann zu angeln, den sie wollte: den Grafensohn Bertram.

Aber mit welchen Mitteln. Nicht nur, dass sie ihm in die Toskana folgte, wo er als Soldat kämpfen wollte, um seiner inzwischen Angetrauten zu entfliehen. Denn der König hatte die Ehe zwischen den beiden gestiftet, weil Helena ihn von einer schweren Krankheit geheilt hatte. Dafür durfte sie sich den Mann ihres Herzens auswählen. Die arme Schöne schaffte es sogar, sich von ihrem Ehegespenst schwängern zu lassen, ohne dass dieser es merkte. Wie das geht? Ganz einfach: Ehefrau tauscht mit Geliebter den Platz im Bett des Grafen.

Die Shakespeare Company Berlin schaffte wieder den Spagat zwischen dem um die Wende zum 17. Jahrhundert geschriebenen Stück und heute. In die eigene Übersetzung ließ sie viel Zeitgenössisches einfließen, etwa die Brustvergrößerung, was urkomisch wirkte. Die Schauspieler reagierten mit Mimik und Gestik auch immer wieder spontan auf Nebenereignisse, etwa auf Motorflieger und Kampfjet über der Freilichtbühne.

Überhaupt war die Körpersprache und Verwandlungsfähigkeit der sieben Schauspieler mitreißend. Mit Lachen und Szenenapplaus begleiteten die rund 240 Besucher Christian Banzhaf (Narr und Parolles), Viktor Calero (Bertram), Elisabeth Milarch (Helena), Annik Klug (Madame La Feu), Vera Kreyer (Gräfin), Rainer Guldener (König) und Tjadke Biallowons (Diana) bis zum Schluss.

Das Publikum war voll konzentriert auf die Mimen, denn ein Bühnenbild gab es nicht und die Requisiten waren auf Weniges reduziert. Die Kostüme waren bunt durcheinander gewürfelt, vom eleganten Gräfinnenkleid mit unterschiedlichen Schuhen bis hin zum Schlafanzug mit Damenstrümpfen bei Bertram. Am Ende dann der Abschied des Narren von Bruni: „Wir haben uns in den letzten beiden Stunden auseinandergelebt. Du hast nichts falsch gemacht. Lass uns gute Freunde bleiben.“ Auch Abschied kann amüsant sein.

 

18.08.2010 - BAD KISSINGEN Sommerlust

Shakespeare: Ende gut, alles gut

Mit der Shakespeare Company Berlin geht die Sommerlust in die letzte Runde. „Ende gut, alles gut“ heißt das Stück, dass ab heute Abend auf der Freilichtbühne in der Oberen Saline bis einschließlich Samstag aufgeführt wird. Ob es ein Omen für die Sommerlust selber sein wird, wird sich zeigen.

In dem höchst selten gespielten Stück präsentieren sich sieben Schauspieler in etwa 20 Rollen, sagte Christian Banzhaf beim Presssegespräch am Mittwoch. Es geht um zwei Geschichten: zum einen um die Heilung des kranken Königs durch eine arme Arzttochter, zum anderen um Helenas Kampf um die Liebe zu ihrem Bertram.

Es sei die erste selbstbestimmte Frauenfigur, so Banzhaf. Helena setze genau ihre Mittel ein und überschreite manchmal auch die Grenzen. Ob am Ende tatsächlich alles gut wird für die Ehe? Da steht denn doch ein Fragezeichen, meint Banzhaf, der selber in der Rolle des Narren und des durchtriebenen Parolles zu sehen sein wird.

Virtuose Schauspieler

„Wir spielen mit den typischen Mitteln der Shakespeare Company Berlin“, sagte Banzhaf. Ein kleines Ensemble, kein Bühnenbild, nur Text und virtuose Schauspieler, und viel Musikalität. Er selber spiele bei der Aufführung zwölf Instrumente. Nicht zu vergessen: der direkte Draht zum Publikum. „Modernes Volkstheater“ nennt der Schauspieler diese Komödie mit dem ewigen Thema Liebe. Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte wieder Christian Leonard. In dieser Besetzung sei die Aufführung eine Premiere in Bad Kissingen, versicherte Banzhaf. Aber sonst „ist das unser Dauerbrenner“. Das erste Mal wurde das Stück 2002 gespielt. Inzwischen hätten sie es an die 70 mal aufgeführt.

Bleibt zu hoffen, dass sich wenigstens an den letzten drei Tagen der Sommerlust das Wetter hält und Erna Buscham vom städtischen Kulturbüro nicht wieder bangen muss.

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Montag, 7. Dezember – Berlin Heimathafen Neukölln

Trickreiche Verehrerin

Von Silke Böttcher

Dass Frauen gefälligst den Mann heiraten sollen, den ihre Eltern für sie ausgewählt haben, missfällt der jungen Helena sehr. Na gut, sie lebt im Mittelalter, aber trotzdem hat das Mädchen aus armem Haus ganz eigene Pläne. Und außerdem hat sie sich in den Grafen Bertram verliebt. Der freilich verhält sich exakt so, wie das damals üblich war: Er lehnt Helena ab, weil sie nicht adlig ist.

Aufgeben aber kommt für die Abgewiesene nicht in Frage, schließlich liebt sie den Mann. So greift sie zu einer List. Als es ihr gelingt, das Leben des schwerkranken Königs zu retten, stimmt der zu, dass sie sich ihren Ehemann selbst aussuchen darf - nun hat Bertram keine Argumente mehr. Er akzeptiert sie als Ehefrau, aber den Vollzug der Ehe will er verhindern. So flüchtet er nach Florenz, wo er die junge Diana umgarnt. Bertram glaubt sich sicher und denkt sich so manchen Trick aus, aber er hat seine Rechnung ohne Helena gemacht....

William Shakespeare schuf seine Komödie "Ende gut, alles gut" nach Boccaccios Novellensammlung "Il Decamerone", und ein gutes Ende gibt es darin tatsächlich - Helenas Witz und ihre Klugheit wirken irgendwann tatsächlich auch bei Bertram und er beginnt, ihre Liebe zu erwidern.

Heute ist das Werk im Saal des Heimathafens Neukölln zu erleben. Auf der Bühne stehen die Darsteller der 1999 gegründeten Shakespeare Company Berlin, die einmal im Monat im Heimathafen zum Shakespeare-Tag bittet und auf modernes Volkstheater setzt.

Wortgewalt trifft auf Tiefsinn in der amüsanten Inszenierung von Sarah Kohrs. Die sieben Darsteller wechseln rasant zwischen insgesamt 13 Rollen, dazu gibt es neben den zahlreichen Irrungen, Wirrungen und Täuschungen reichlich Poesie und Live-Musik, gespielt von Christoph Wagner.

Als trickreiche Helena ist Elisabeth Milarch zu erleben, Tjadke Biallowons gibt die umgarnte Florentinerin Diana. Victor Calero schließlich schlüpft in die Rolle des widerspenstigen Grafen Bertram, der ein Weilchen braucht, um zu bemerken, wer wirklich zu ihm passt. Und das ist dann irgendwie wieder ganz modern.

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