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20.07.2009 - Landsberg Besser geht es nicht Lokalnachrichten - Augsburger Allgemeine Landsberg Besser geht es nicht. Was die Shakespeare Company Berlin mit der Inszenierung „Die Zähmung der Widerspenstigen“ im Landsberger Stadttheater bot, ist nicht zu übertreffen. Wortstark, deftig, genial gespielt, temporeich und zum Brüllen komisch, mit witzigen Ideen und voller Anzüglichkeiten zeigen die Schauspieler, wie spannend Shakespeare - macht man es richtig - heute sein kann. Hier stimmt wirklich alles: Schon zu Beginn merkt man, diesmal gibt es keinen lahmen Aufguss der bekannten Komödie zu sehen, sondern Regie (Tom Ryser) und Schauspieler haben ein Stück erarbeitet, das ebenso einfach wie brillant ist. Mit nur drei Stühlen, Stimme und Körpereinsatz des Ensembles auf der Bühne, entsteht das Abteil eines ICE - in dem sich alle Schauspieler immer mal wieder auf Reisen treffen. Das Paar, das sich hier finden soll, schüttet sich schon zu Beginn die Cola gegenseitig ins Gesicht und ebenbürtig streiten sich Katharina (Alexandra Surer) und Stefan Plepp als Petruchio weiter. Keine Sekunde ist man vom rasanten Spiel der Truppe abgelenkt, denn die Schauspieler verwandeln Shakespeares Text mit Niveau, fast zu einem ganz neuen Stück. Wenn man den Berichten über den Dichter glaubt, dann hätte er wohl seine Freude daran gehabt. Denn deftig geht es zur Sache, und mit dem lebensfrohen und sinnlichen Ensemble entsteht ein Stück voller Musik, Wandlungsfähigkeit, ein Erlebnis, das Lust macht, diese Truppe öfters zu sehen. Modernes Volkstheater mit Schauspielern und Regisseuren, die ständig am Stück arbeiten, es weiterentwickeln und selbst jede Menge Spaß bei der Arbeit haben, macht wohl den Erfolg dieser Gruppe aus. Das Publikum ist jedenfalls gebannt, und sogar ein kleiner Hund, der mit im Publikum sitzt, verfolgt das Ganze brav und aufmerksam ohne auch nur einmal zu bellen. Bis Katharina und Petruchio sich endlich finden, müssen alle leiden, Schwester, Mutter, Diener, und sogar die Sonne wird zum Mond, nur damit die beiden endlich ihre Kämpfe aufgeben. Katharina ergibt sich schließlich, doch schlägt sie ihren Gemahl mit seinen eigenen Waffen, indem sie den gleichen Liebesbeweis auch von ihm erwartet. Unterwerfung, Fehlanzeige! Zwischendrin werden die Zuschauer Zeuge von bösen Spielen mit der Wäscheklammer, mit der Katharina ihre Schwester foltert, bekommen derbe Lieder zu hören und können sich freuen, dass alle Schauspieler im Team hervorragend harmonieren. Alexandra Surer als Katharina, Elisabeth Milarch als ihre Schwester Bianca, Vera Kreyer als Mutter, Erik Studte als Hortensio, Oliver Rickenbacher als Lucentio und Stefan Plepp als Petruchio spielen souverän und mit Power. Fast alle sind in Doppelrollen auch als Diener zu sehen, und ihre Verwandlung ist immer ein Genuss.
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